Montag, 8. Dezember 2008
Rezession - Deflation - Depression ?
Hallo liebe Leser,
der Dezember startet an den Börsen wie der November verlief. Schlecht und äußerst „uneinheitlich“, wie es so schön heißt. Ich will ja kein Berufspessimist sein, wer mich persönlich kennt weiß auch, dass ich eher ein grenzenloser Optimist bin, aber ich kann es wirklich nicht mehr hören, wie viele so naiv ins neue Jahr hineingehen und sich damit zufrieden geben zu konstatieren „Ich kann ja sowieso nichts ändern“
und „Mir geht’s doch gut“. Ja, uns geht’s noch verhältnismäßig gut. Dass wird sich aber für die Allermeisten sehr bald ändern und die Auswirkungen werden auch uns unmittelbar treffen. Und natürlich können wir einiges dazu beitragen, diese Auswirkungen individuell gering zu halten, bestenfalls sogar kollektiv und langfristig ein krankes System deutlich zu verbessern. Dazu muss aber zunächst die Bereitschaft da sein, die miesen Spiele zu durchschauen und das geht nicht mit reiner Zeitungslektüre und ohne selbst das Hirn einzuschalten. Praktikable Lösungsansätze finden sich jedoch niemals bei „Menschen bei Maischberger“ oder „Anne Will“.
Wo fange ich also am besten an? Da ich davon ausgehe, dass jeder zumindest einmal täglich
Mainstream-Nachrichten bewusst oder unbewusst vernimmt, versuche ich das meiner Meinung nach Wichtigste aus anderem Blickwinkel in mehreren kurzen Abschnitten herauszufiltern. Eins aber vorweg.
Selbst die Berufsoptimisten haben es aufgegeben an eine „Jahresendrally“ an den Börsen zu glauben.
Schönheitschirurgie mal anders
Infineon, der „Halbleiterkonzern“, muss sich schon ziemlich tief bücken um noch seinen Kurs zu verfolgen.
Erstmals in der Geschichte des DAX notiert dort ein „Pennystock“. Für 94 Eurocent war diese Woche eine Aktie zu haben. Zur Erinnerung: Mit einer Werbekampagne von 100 Millionen Mark, mehr noch als die Telekom sie für ihre Augenwischerei ausgab, ist der Chip-Ableger von Siemens genau zum richtig falschen Zeitpunkt im März 2000 an die Börse gegangen. Ich entsinne mich, dass der Einstiegskurs um die 35 Euro lag. Na, immerhin 3 % davon sind noch übrig…
…Einige werden sich vielleicht noch erinnern, wie der damalige Vorstand Ulrich Schumacher in Rennfahrermontur mit aufgemotztem Porsche vor der Börse vorfuhr. Lächerlich schon damals, ist Infineon, der neue Stern am Anlagehimmel nun endgültig am untergehen und wird sicher auch bald aus dem Dax
entsorgt. Man will ja nicht auf Dauer die Zahlen so schlimm aussehen lassen, wie sie wirklich sind. Continental und Hypo Real Estate verlassen ihn wegen des abgesunkenen Wertes bereits zwangsweise.
Andere dürfen dafür aus dem M-Dax nachrücken. Der Schein muss ja gewahrt werden. Eine gewisse Form der Schönheitschirurgie – Statt Fett absaugen und Nasen-Lifting sozusagen Botox für Börsen- Indizes. Aber die Damen wissen ja, solche Spritzen glätten die Falten nicht auf ewig. Es muss immer nachgespitzt werden und gehen die Mittel dafür aus, kommt schlagartig das Scarface in nie geahnter Hässlichkeit zurück.
Diese Metapher dürft Ihr getrost auf alle derzeitigen Rettungs- und Konjunkturpakete hier wie in Übersee übertragen. Je länger jetzt künstlich ein falsches System vor dem berechtigten Sturz aufgehalten wird, je tiefer und schmerzhafter wird der Fall. Derzeit sind wir aber noch am Anlauf nehmen auf die Klippen der Rezession. Wird dieser Anlauf beschleunigt wie derzeit, wird man in einiger Zeit wissen, es ist keine Rezession, es wird zur Depression. Dies bestätigt aktuell der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, der von einem Sinken des Wirtschaftswachstums 2009 von bis zu 4% ausgeht! Völlig undenkbar noch vor kurzem, dass gab es noch nie seit dem „WK 2.0.“
Für jedes % dürft Ihr getrost den Verlust von rund ½-1 Million Arbeitsplätzen in spe rechnen. Die 6 Millionen sind also wieder möglich. Wie gut das zum nächsten Jahr die Arbeitsmarktdaten mit neuen Formeln rechtzeitig zur Wahl wieder frisch gemacht werden. Wird nur wenig nützen, die Zahlen sehen dann vielleicht ein wenig weniger schlecht aus, die Probleme bleiben.
"Tribunal für Spekulanten"
Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler fordert Strafen für Wetten auf Nahrungsmittel und warnt
vor den Wirkungen der Finanzkrise auf die armen Regionen der Welt.
Herr Ziegler hat natürlich Recht, aber nicht nur die Spekulanten die uns auch im vergangenen Jahr die netten Ölpreise verschafft haben und (auch dank der „Ökoterroristen“ und Biosprit aus Nahrungsmitteln) Millionen Menschen in Armut und Hunger treiben sind schuld daran. Wer hat dies denn erst ermöglicht?
Wann werden denn endlich mal Verantwortliche benannt und bestraft? Dass ist nicht in Sicht. Nirgendwo. Im Gegenteil, die Böcke werden überall zum Gärtner gemacht. Die aktuelle geplante Wirtschaftsförderung/ Konjunkturpaket kommt nur Großunternehmen zu Gute (verbesserte Steuerabschreibungen) hilft dem Mittelstand und Normalverdienern zwar herzlich aber wenig. Ich kaufe mir doch keinen Neuwagen wegen 2 Jahren Steuerfreiheit. Das freut aber den Wohlhabenden, der ohnehin vorhatte, einen neuen BMW X 5 in die Zweitgarage seine Frau zu stellen. Pillepalle und völlig an der Realität vorbei.
Dabei wäre, auch was das Finanzsystem angeht, die Chance durchaus gegeben endlich etwas aus der Vergangenheit zu lernen. Zurück zur Realwirtschaft, weg von unsinnigen Finanzmarktspielchen die die eigentlichen Leistungserbringer auf unverschämte Art enteignen. Vor allem die Geldschöpfung muss dahin wo sie hingehört. Unter das Volk und von den Zins- und Zinseszinslasten befreit werden. Wer endlich wissen will wie derzeit noch Geld (aber nicht der Zins) kreiert wird, hat in den letzten Ausgaben von mir schon zahlreiche Hinweise bekommen. Erklärungen, mit denen er seinem Banker durchaus etwas vormachen kann. Aktuell möchte ich im Hinblick auf die Finanzkrise auf den Beitrag „Geld – wie es entsteht
und warum immer zu wenig davon da ist“ verweisen und ohnehin den Blog von Alexander Wagandt unter www.extrawagandt.de wärmstens empfehlen:
Geld - wie es entsteht und warum immer zu wenig davon da ist
Mit vollen Händen in löchrige Taschen
Geld gab es auch wieder reichlich in den letzten Wochen. Super, dass wir auf einmal soviel davon haben.
Allein 30 Milliarden für die Bayern LB (10 Cash, 21 für Bürgschaften). Der Staatshaushalt von Bayern beträgt 39 Milliarden. Fällt etwas auf? Und so geht es weiter und weiter und weiter. Nur erfahren wir nicht immer an wen welches Geld geht. An Banken, Schattenbanken oder Zombiebanken?
Und unsere schöne Demokratie zeigt ihre Taschenspielertricks. So findet sich im „Finanzmarktstabilisierungsgesetz“ unter § 10a „Gremium zum Finanzmarktstabilisierungsfonds, Abschnitt 3“ folgender Satz der so wichtig erscheint, dass er wenigstens hier hervorgehoben wird: „Das Gremium tagt geheim. Die Mitglieder des Gremiums sind zur Geheimhaltung aller Angelegenheiten verpflichtet, die ihnen bei ihrer Tätigkeit bekannt geworden sind. Dies gilt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sitzungen.“
Weils so schön ist, hier der Kommentar eines Users mit Nickname pasquino:
„Mit diesem Satz, vom Bundestag gebilligt, werden die demokratischen Regularien außer Kraft
gesetzt. Das Regime der Verschleierer kann sich nun ungehemmt und fern jeglicher bürgerlichen
Einsicht und Presse-Kontrolle bedienen. Ein solcher Vorgang ist sonst nur in Diktaturen ohne
Rechtsstaat-Empfinden üblich und möglich. Dass die Presse dieses demokratieunwürdige Gebaren, außer vielleicht in einem Nebensatz, nicht thematisiert, ist der zweite Schock.“
Da die meisten Leichen im diffusen Kellerlicht der Finanzinstrumente noch gar nicht entdeckt werden konnten, will man so wohl Ruhe bewahren und vermeiden das dramatische Informationen zu schnell die Öffentlichkeit erreichen. Oder will man nur sicher gehen, dass man seine Konten, wenn es hart auf hart kommt, zuerst räumen kann? All diese Leichen werden erst im Laufe der nächsten Monate so stark zu stinken beginnen, dass man sie nicht mehr verbergen kann. Und dann macht der Letzte das Licht aus!
"Getriebene in einem unmenschlichen System"
Mit "Let's Make Money" kam Ende Oktober der Film passend zur Finanzkrise in die Kinos. Leider läuft er nur in wenigen ausgewählten Programmkinos. Wer ihn noch findet, sollte ihn unbedingt ansehen. Ich hoffe er kommt bald in die Videotheken oder ins Fernsehen.
„Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer begleitete Investmentbanker und Fondsmanager über
mehrere Jahre - auch durch die Grauzonen der Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Die Krise
hatte man bereits vor Jahren vorhergesehen - nur hat es niemanden interessiert, solange die
Rendite stimmte.“
"Let’s make MONEY" zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die
Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest. Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem
deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser "Ausverkauf" von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen "dritten" Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.“
Cross-Border-Leasing in Deutschland
Grenzenlose Geschäfte bekommen ihre Grenzen aufgezeigt und gehen „den Bach runter“
Wie in meinem 3. Wort zum Sonntag vom 12.Oktober bereits ausführlicher prophezeit, fangen
nun die Probleme mit dem Cross-Border-Leasing richtig an. Da fast alle Geschäfte dieser Art über die „Eigentlich Pleite Versicherung“ AIG abgewickelt wurden, werden die anderen Kommunen und Gemeinden später drankommen. Wenn Ihr Euch also demnächst wundert, warum Wasser, Kanal/ Abwassergebühren oder auch Preise für den öffentlichen Nahverkehr stark ansteigen (und vieles anderes mehr), dann kann und wird es häufig an den netten Geschäften liegen von deutschen Beamten, die keine Ahnung haben was sie da vor Jahren unterschrieben haben. Es geht um Milliardenbeträge und ein Fass ohne Boden. Nicht in den USA sondern bei uns. Ein Videobericht von Heute.de findet sich hier
Aber nicht die Finanzkrise ist schuld wie in dem Bericht kolportiert wird, die Unfähigkeit von Politikern langfristige Risikoeinschätzung zu betreiben lässt die Bürger nun die Zeche zahlen. Die Risiken aller Cross-Border-Leasing-Verträge trägt nie der Investor, sondern nur der Vertragspartner. Lasst Euch da nichts vormachen, Ihr werdet das noch sehr häufig hören und alle wollen jetzt aus diesen Verträgen raus. Aber sie gleichen leider einem Pakt mit dem Teufel.
Der „Kondratieff-Zyklus“
Für all jene die meinen „Aber langfristig geht es immer bergauf“ wird es Zeit, sich mit der Definition von langfristig neu auseinanderzusetzen. Meine Damen und Herren Kollegen aus der Finanzdienstleistung, insbesondere die Fondsverkäufer und Banker, zücken gerne Charts und Analysen über 20- Jahreszeiträume. Tatsächlich hat in aller Regel eine halbwegs gute Fondsanlage über 10 Jahre oder länger, egal in welcher Phase, keinen Verlust eingefahren. Aber nur weil diese Charts nie länger als 50 Jahre zurückreichen. Es gibt aber einen viel langfristigeren Zyklus, den der russische Ökonom Kondratieff bereits um 1920 entdeckt hat. Dieser „Kondratieff-Zyklus“ dauert zwischen 50 und 70 Jahren, lange genug um die Menschen vergessen zu lassen, dass Schulden immer irgendwann zum Kollaps führen. Wir sind im Winter dieses Zyklus und es ist unvermeidbar das, bevor der Zyklus von vorne, also mit Aufschwung beginnen kann, erst der Schuldenberg abgebaut werden muss. Auf in aller Regel schmerzhafte Weise. Wir können so gesehen nun die nächsten 20 Jahre erstmal Schnee (Schulden) schippen. Ich vermute auch, dass wir, trotz o.g. Schönheitschirurgie an den Börsenindizes,
den Dax schon bald noch deutlich unter 2.000 Punkten sehen werden. Schlimmstenfalls sogar nur noch 3-stellig. Die Zeit zum Einstieg ist also noch lange nicht gekommen. Die Zeit zum Ausstieg schon bald
verpasst. Folgende Grafik, die leider nicht kopiert werden kann, zeigt dies sehr deutlich und eben länger als Lobby-Analysten denken wollen und wir zurückdenken können:
20.000.000 Arbeitslose in China
Depressiv sind sicher auch die rund 533.000 Amerikaner die alleine im November ihren Job verloren haben. Soviel wie seit 30 Jahren nicht mehr. Alles aber Peanuts gegen die rund 10.000.000 Wanderarbeiter die in China alleine in den letzten Wochen vor verschlossenen Fabriktoren in den trostlosen Industriezentren standen. Vielerorts haben die Firmenchefs, meist aus Hongkong oder Taiwan, keine Vorwarnung gegeben und bereits Wochen zuvor keine Gehälter mehr gezahlt. 67.000 Billigfabriken haben seit Jahresbeginn alleine im Perlfluss-Delta dichtgemacht. Die meisten dort produzierten Schuhe und Textilien. Die Karawane zieht weiter. Einige Betriebe produzieren nun in noch billigeren Ländern wieVietnam oder Bangladesch. Kommt einem irgendwie bekannt vor.
Insgesamt haben in China 2008 bereit ca. 200.000 Firmen dichtgemacht, rund 20 Millionen Menschen haben ihre Jobs verloren. Es fällt auch immer schwerer diese Massen ruhig zu halten. Großer Unmut regt sich allüberall.
Viele der enttäuschten Arbeiter versuchen derzeit wieder in ihre Heimatprovinzen zurückzukehren um sich wenigsten von ihren Äckern wieder zu ernähren. Da das Geld aber kaum zum Sparen reichte und etliche bereits monatelang keine Löhne mehr ausgezahlt bekamen, fehlen den meisten Menschen die
Mittel um überhaupt zu ihren Familien zurückzukehren. Dramatische Einzelschicksale spielen sich dort zur Zeit ab nur hören wir wenig darüber. Was sicher auch der dortigen „freien Presse“ geschuldet ist.
Dennoch, China an sich geht es verhältnismäßig gut. Fast 2 Billionen Dollar Barreserven stehen zur Verfügung. Wenn China wollte, könnte es auf einen Schlag die USA in die (vorgezogene) Pleite treiben. Es müsste nur kurzfristig das Geld auf den Markt werfen. Aber das geht so einfach natürlich nicht und hinter den Kulissen läuft auch einiges von Seiten der USA, die Chinesen ruhig zu halten. Mit aller Kraft versucht China nun einen Binnenmarkt zu schaffen um zumindest ein wenig die wegbrechenden Exporte zu kompensieren. Das wird allerdings so schnell und einfach nicht gehen. Revolten und Hungersnöte drohen auch dort.
Der Welthandel im Wandel
Die Reise nach Jerusalem des Kapitalismus geht schier endlos weiter, bis das letzte Land seine „Human-Resources“ ausgebeutet und seine Umwelt vergiftet hat. Und ob wir es hören wollen oder nicht. Wer billig kauft ohne wenigstens ein wenig darüber Nachzudenken woher die Ware kommt, auf welchem Wege sie gemacht oder gebracht wird, macht sich mitschuldig an der Ausbeutung und vor allem auch an den gewaltigen Umweltschäden, die alleine durch den Transport entstehen. Herrlich aussehende Erdbeeren aus Neuseeland dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie mindestens den zehnfachen CO2 Ausstoß gegenüber aus der EU eingeführten gleichwertigen Produkten verursachen. Unsere Eltern und Großeltern waren es noch gewohnt, Nahrung in erster Linie entsprechend der Saison zu verwerten.
Vermutlich wird dies aber zwangsweise ohnehin wieder zunehmen. Mangels Angebot und Nachfrage und weil derzeit der Transport weltweit, ob per Schiff, Bahn oder LKW in dramatischer Weise zusammenbricht. Dies hat viele Hintergründe, auch ähnlich der Vertrauenskrise der Banken da der Lieferant kaum noch sicher sein kann das der Kunde bezahlt und nicht noch während der Reise pleite geht. Da die Kreditversicherer derweil Zuschläge von 100% auf ihre Prämien nehmen, viele Geschäfte überhaupt nicht mehr versichern, kommt insbesondere der Güterverkehr per Schiff nahezu zum erliegen. Der Baltic Dry Index
ist hier ein eindeutiger Indikator. Er misst den Umschlag für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten und gilt als Frühindikator für den Welthandel. Dieser Index ist bereits zu Ende September übelst abgeschmiert. Die Auswirkungen sind derzeit bereits für die Transport- und Logistiksparte deutlich zu spüren. Sie sind übrigens auch extrem hart von den nur noch schwer erhältlichen Kreditversicherungen betroffen und gelten als Hauptpleitekandidaten für die nächsten Monate. Dort wird es auch bei uns Anfang 2009 Massenentlassungen geben. Das ist sicher! Wer an Hauptverkehrsstraßen lebt oder viel unterwegs ist und den Verkehr aufmerksam beobachtet, wird auch bereits eine deutliche Abnahme des LKW-Verkehrs beobachtet haben.
In Häfen weltweit stapeln sich die Container und die Schiffe. Es geht nicht mehr viel. Noch sind die Lager gut gefüllt, ich bin allerdings davon überzeugt, dass auch unsere Supermärkte derzeit das Angebot umstellen.
Lesenwerte Artikel
Marktradikale Pressure Groups
“Die Macher hinter den Kulissen - Wie INSM, Atlantik-Brücke, Aspen-Institute und ähnliche Netzwerke Deutschland heimlich regieren”
So, genug der vermeintlich schlechten Nachrichten. Es ist aber allemal besser ungeschönt auf Kommendes vorbereitet zu sein, als in offene Messer zu laufen. Angst ist ein schlechter Begleiter und die sollte keineswegs erzeugt oder verspürt werden. Im Gegenteil. Es wird Zeit, und dies alles bietet auch die Chance dazu, wieder enger zusammenzurücken und sich der wirklich wichtigen Werte bewusst zu werden. Diese sind aber nicht in „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ zu finden. Waren sie auch niemals. Gerade angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes sollte man daher auch versuchen, offene Rechnungen sinnvoll zu begleichen. Nicht mit Hass und Abwendung. Sondern mit Zuversicht,liebevoller Zuwendung, Vergebung und vor allem der Bereitschaft, auch eigene Fehler einzugestehen.
Dieser Artikel wurde mir per Mail zugeschickt und kann / soll kopiert oder anderweitig vervielfältigt werden, um allen diese Informationen zukommen zu lassen.
Vielen Dank an dieser Stelle an den Autoren.
der Dezember startet an den Börsen wie der November verlief. Schlecht und äußerst „uneinheitlich“, wie es so schön heißt. Ich will ja kein Berufspessimist sein, wer mich persönlich kennt weiß auch, dass ich eher ein grenzenloser Optimist bin, aber ich kann es wirklich nicht mehr hören, wie viele so naiv ins neue Jahr hineingehen und sich damit zufrieden geben zu konstatieren „Ich kann ja sowieso nichts ändern“
und „Mir geht’s doch gut“. Ja, uns geht’s noch verhältnismäßig gut. Dass wird sich aber für die Allermeisten sehr bald ändern und die Auswirkungen werden auch uns unmittelbar treffen. Und natürlich können wir einiges dazu beitragen, diese Auswirkungen individuell gering zu halten, bestenfalls sogar kollektiv und langfristig ein krankes System deutlich zu verbessern. Dazu muss aber zunächst die Bereitschaft da sein, die miesen Spiele zu durchschauen und das geht nicht mit reiner Zeitungslektüre und ohne selbst das Hirn einzuschalten. Praktikable Lösungsansätze finden sich jedoch niemals bei „Menschen bei Maischberger“ oder „Anne Will“.
Wo fange ich also am besten an? Da ich davon ausgehe, dass jeder zumindest einmal täglich
Mainstream-Nachrichten bewusst oder unbewusst vernimmt, versuche ich das meiner Meinung nach Wichtigste aus anderem Blickwinkel in mehreren kurzen Abschnitten herauszufiltern. Eins aber vorweg.
Selbst die Berufsoptimisten haben es aufgegeben an eine „Jahresendrally“ an den Börsen zu glauben.
Schönheitschirurgie mal anders
Infineon, der „Halbleiterkonzern“, muss sich schon ziemlich tief bücken um noch seinen Kurs zu verfolgen.
Erstmals in der Geschichte des DAX notiert dort ein „Pennystock“. Für 94 Eurocent war diese Woche eine Aktie zu haben. Zur Erinnerung: Mit einer Werbekampagne von 100 Millionen Mark, mehr noch als die Telekom sie für ihre Augenwischerei ausgab, ist der Chip-Ableger von Siemens genau zum richtig falschen Zeitpunkt im März 2000 an die Börse gegangen. Ich entsinne mich, dass der Einstiegskurs um die 35 Euro lag. Na, immerhin 3 % davon sind noch übrig…
…Einige werden sich vielleicht noch erinnern, wie der damalige Vorstand Ulrich Schumacher in Rennfahrermontur mit aufgemotztem Porsche vor der Börse vorfuhr. Lächerlich schon damals, ist Infineon, der neue Stern am Anlagehimmel nun endgültig am untergehen und wird sicher auch bald aus dem Dax
entsorgt. Man will ja nicht auf Dauer die Zahlen so schlimm aussehen lassen, wie sie wirklich sind. Continental und Hypo Real Estate verlassen ihn wegen des abgesunkenen Wertes bereits zwangsweise.
Andere dürfen dafür aus dem M-Dax nachrücken. Der Schein muss ja gewahrt werden. Eine gewisse Form der Schönheitschirurgie – Statt Fett absaugen und Nasen-Lifting sozusagen Botox für Börsen- Indizes. Aber die Damen wissen ja, solche Spritzen glätten die Falten nicht auf ewig. Es muss immer nachgespitzt werden und gehen die Mittel dafür aus, kommt schlagartig das Scarface in nie geahnter Hässlichkeit zurück.
Diese Metapher dürft Ihr getrost auf alle derzeitigen Rettungs- und Konjunkturpakete hier wie in Übersee übertragen. Je länger jetzt künstlich ein falsches System vor dem berechtigten Sturz aufgehalten wird, je tiefer und schmerzhafter wird der Fall. Derzeit sind wir aber noch am Anlauf nehmen auf die Klippen der Rezession. Wird dieser Anlauf beschleunigt wie derzeit, wird man in einiger Zeit wissen, es ist keine Rezession, es wird zur Depression. Dies bestätigt aktuell der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, der von einem Sinken des Wirtschaftswachstums 2009 von bis zu 4% ausgeht! Völlig undenkbar noch vor kurzem, dass gab es noch nie seit dem „WK 2.0.“
Für jedes % dürft Ihr getrost den Verlust von rund ½-1 Million Arbeitsplätzen in spe rechnen. Die 6 Millionen sind also wieder möglich. Wie gut das zum nächsten Jahr die Arbeitsmarktdaten mit neuen Formeln rechtzeitig zur Wahl wieder frisch gemacht werden. Wird nur wenig nützen, die Zahlen sehen dann vielleicht ein wenig weniger schlecht aus, die Probleme bleiben.
"Tribunal für Spekulanten"
Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler fordert Strafen für Wetten auf Nahrungsmittel und warnt
vor den Wirkungen der Finanzkrise auf die armen Regionen der Welt.
Herr Ziegler hat natürlich Recht, aber nicht nur die Spekulanten die uns auch im vergangenen Jahr die netten Ölpreise verschafft haben und (auch dank der „Ökoterroristen“ und Biosprit aus Nahrungsmitteln) Millionen Menschen in Armut und Hunger treiben sind schuld daran. Wer hat dies denn erst ermöglicht?
Wann werden denn endlich mal Verantwortliche benannt und bestraft? Dass ist nicht in Sicht. Nirgendwo. Im Gegenteil, die Böcke werden überall zum Gärtner gemacht. Die aktuelle geplante Wirtschaftsförderung/ Konjunkturpaket kommt nur Großunternehmen zu Gute (verbesserte Steuerabschreibungen) hilft dem Mittelstand und Normalverdienern zwar herzlich aber wenig. Ich kaufe mir doch keinen Neuwagen wegen 2 Jahren Steuerfreiheit. Das freut aber den Wohlhabenden, der ohnehin vorhatte, einen neuen BMW X 5 in die Zweitgarage seine Frau zu stellen. Pillepalle und völlig an der Realität vorbei.
Dabei wäre, auch was das Finanzsystem angeht, die Chance durchaus gegeben endlich etwas aus der Vergangenheit zu lernen. Zurück zur Realwirtschaft, weg von unsinnigen Finanzmarktspielchen die die eigentlichen Leistungserbringer auf unverschämte Art enteignen. Vor allem die Geldschöpfung muss dahin wo sie hingehört. Unter das Volk und von den Zins- und Zinseszinslasten befreit werden. Wer endlich wissen will wie derzeit noch Geld (aber nicht der Zins) kreiert wird, hat in den letzten Ausgaben von mir schon zahlreiche Hinweise bekommen. Erklärungen, mit denen er seinem Banker durchaus etwas vormachen kann. Aktuell möchte ich im Hinblick auf die Finanzkrise auf den Beitrag „Geld – wie es entsteht
und warum immer zu wenig davon da ist“ verweisen und ohnehin den Blog von Alexander Wagandt unter www.extrawagandt.de wärmstens empfehlen:
Geld - wie es entsteht und warum immer zu wenig davon da ist
Mit vollen Händen in löchrige Taschen
Geld gab es auch wieder reichlich in den letzten Wochen. Super, dass wir auf einmal soviel davon haben.
Allein 30 Milliarden für die Bayern LB (10 Cash, 21 für Bürgschaften). Der Staatshaushalt von Bayern beträgt 39 Milliarden. Fällt etwas auf? Und so geht es weiter und weiter und weiter. Nur erfahren wir nicht immer an wen welches Geld geht. An Banken, Schattenbanken oder Zombiebanken?
Und unsere schöne Demokratie zeigt ihre Taschenspielertricks. So findet sich im „Finanzmarktstabilisierungsgesetz“ unter § 10a „Gremium zum Finanzmarktstabilisierungsfonds, Abschnitt 3“ folgender Satz der so wichtig erscheint, dass er wenigstens hier hervorgehoben wird: „Das Gremium tagt geheim. Die Mitglieder des Gremiums sind zur Geheimhaltung aller Angelegenheiten verpflichtet, die ihnen bei ihrer Tätigkeit bekannt geworden sind. Dies gilt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sitzungen.“
Weils so schön ist, hier der Kommentar eines Users mit Nickname pasquino:
„Mit diesem Satz, vom Bundestag gebilligt, werden die demokratischen Regularien außer Kraft
gesetzt. Das Regime der Verschleierer kann sich nun ungehemmt und fern jeglicher bürgerlichen
Einsicht und Presse-Kontrolle bedienen. Ein solcher Vorgang ist sonst nur in Diktaturen ohne
Rechtsstaat-Empfinden üblich und möglich. Dass die Presse dieses demokratieunwürdige Gebaren, außer vielleicht in einem Nebensatz, nicht thematisiert, ist der zweite Schock.“
Da die meisten Leichen im diffusen Kellerlicht der Finanzinstrumente noch gar nicht entdeckt werden konnten, will man so wohl Ruhe bewahren und vermeiden das dramatische Informationen zu schnell die Öffentlichkeit erreichen. Oder will man nur sicher gehen, dass man seine Konten, wenn es hart auf hart kommt, zuerst räumen kann? All diese Leichen werden erst im Laufe der nächsten Monate so stark zu stinken beginnen, dass man sie nicht mehr verbergen kann. Und dann macht der Letzte das Licht aus!
"Getriebene in einem unmenschlichen System"
Mit "Let's Make Money" kam Ende Oktober der Film passend zur Finanzkrise in die Kinos. Leider läuft er nur in wenigen ausgewählten Programmkinos. Wer ihn noch findet, sollte ihn unbedingt ansehen. Ich hoffe er kommt bald in die Videotheken oder ins Fernsehen.
„Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer begleitete Investmentbanker und Fondsmanager über
mehrere Jahre - auch durch die Grauzonen der Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Die Krise
hatte man bereits vor Jahren vorhergesehen - nur hat es niemanden interessiert, solange die
Rendite stimmte.“
"Let’s make MONEY" zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die
Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest. Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem
deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser "Ausverkauf" von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen "dritten" Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.“
Cross-Border-Leasing in Deutschland
Grenzenlose Geschäfte bekommen ihre Grenzen aufgezeigt und gehen „den Bach runter“
Wie in meinem 3. Wort zum Sonntag vom 12.Oktober bereits ausführlicher prophezeit, fangen
nun die Probleme mit dem Cross-Border-Leasing richtig an. Da fast alle Geschäfte dieser Art über die „Eigentlich Pleite Versicherung“ AIG abgewickelt wurden, werden die anderen Kommunen und Gemeinden später drankommen. Wenn Ihr Euch also demnächst wundert, warum Wasser, Kanal/ Abwassergebühren oder auch Preise für den öffentlichen Nahverkehr stark ansteigen (und vieles anderes mehr), dann kann und wird es häufig an den netten Geschäften liegen von deutschen Beamten, die keine Ahnung haben was sie da vor Jahren unterschrieben haben. Es geht um Milliardenbeträge und ein Fass ohne Boden. Nicht in den USA sondern bei uns. Ein Videobericht von Heute.de findet sich hier
Aber nicht die Finanzkrise ist schuld wie in dem Bericht kolportiert wird, die Unfähigkeit von Politikern langfristige Risikoeinschätzung zu betreiben lässt die Bürger nun die Zeche zahlen. Die Risiken aller Cross-Border-Leasing-Verträge trägt nie der Investor, sondern nur der Vertragspartner. Lasst Euch da nichts vormachen, Ihr werdet das noch sehr häufig hören und alle wollen jetzt aus diesen Verträgen raus. Aber sie gleichen leider einem Pakt mit dem Teufel.
Der „Kondratieff-Zyklus“
Für all jene die meinen „Aber langfristig geht es immer bergauf“ wird es Zeit, sich mit der Definition von langfristig neu auseinanderzusetzen. Meine Damen und Herren Kollegen aus der Finanzdienstleistung, insbesondere die Fondsverkäufer und Banker, zücken gerne Charts und Analysen über 20- Jahreszeiträume. Tatsächlich hat in aller Regel eine halbwegs gute Fondsanlage über 10 Jahre oder länger, egal in welcher Phase, keinen Verlust eingefahren. Aber nur weil diese Charts nie länger als 50 Jahre zurückreichen. Es gibt aber einen viel langfristigeren Zyklus, den der russische Ökonom Kondratieff bereits um 1920 entdeckt hat. Dieser „Kondratieff-Zyklus“ dauert zwischen 50 und 70 Jahren, lange genug um die Menschen vergessen zu lassen, dass Schulden immer irgendwann zum Kollaps führen. Wir sind im Winter dieses Zyklus und es ist unvermeidbar das, bevor der Zyklus von vorne, also mit Aufschwung beginnen kann, erst der Schuldenberg abgebaut werden muss. Auf in aller Regel schmerzhafte Weise. Wir können so gesehen nun die nächsten 20 Jahre erstmal Schnee (Schulden) schippen. Ich vermute auch, dass wir, trotz o.g. Schönheitschirurgie an den Börsenindizes,
den Dax schon bald noch deutlich unter 2.000 Punkten sehen werden. Schlimmstenfalls sogar nur noch 3-stellig. Die Zeit zum Einstieg ist also noch lange nicht gekommen. Die Zeit zum Ausstieg schon bald
verpasst. Folgende Grafik, die leider nicht kopiert werden kann, zeigt dies sehr deutlich und eben länger als Lobby-Analysten denken wollen und wir zurückdenken können:
20.000.000 Arbeitslose in China
Depressiv sind sicher auch die rund 533.000 Amerikaner die alleine im November ihren Job verloren haben. Soviel wie seit 30 Jahren nicht mehr. Alles aber Peanuts gegen die rund 10.000.000 Wanderarbeiter die in China alleine in den letzten Wochen vor verschlossenen Fabriktoren in den trostlosen Industriezentren standen. Vielerorts haben die Firmenchefs, meist aus Hongkong oder Taiwan, keine Vorwarnung gegeben und bereits Wochen zuvor keine Gehälter mehr gezahlt. 67.000 Billigfabriken haben seit Jahresbeginn alleine im Perlfluss-Delta dichtgemacht. Die meisten dort produzierten Schuhe und Textilien. Die Karawane zieht weiter. Einige Betriebe produzieren nun in noch billigeren Ländern wieVietnam oder Bangladesch. Kommt einem irgendwie bekannt vor.
Insgesamt haben in China 2008 bereit ca. 200.000 Firmen dichtgemacht, rund 20 Millionen Menschen haben ihre Jobs verloren. Es fällt auch immer schwerer diese Massen ruhig zu halten. Großer Unmut regt sich allüberall.
Viele der enttäuschten Arbeiter versuchen derzeit wieder in ihre Heimatprovinzen zurückzukehren um sich wenigsten von ihren Äckern wieder zu ernähren. Da das Geld aber kaum zum Sparen reichte und etliche bereits monatelang keine Löhne mehr ausgezahlt bekamen, fehlen den meisten Menschen die
Mittel um überhaupt zu ihren Familien zurückzukehren. Dramatische Einzelschicksale spielen sich dort zur Zeit ab nur hören wir wenig darüber. Was sicher auch der dortigen „freien Presse“ geschuldet ist.
Dennoch, China an sich geht es verhältnismäßig gut. Fast 2 Billionen Dollar Barreserven stehen zur Verfügung. Wenn China wollte, könnte es auf einen Schlag die USA in die (vorgezogene) Pleite treiben. Es müsste nur kurzfristig das Geld auf den Markt werfen. Aber das geht so einfach natürlich nicht und hinter den Kulissen läuft auch einiges von Seiten der USA, die Chinesen ruhig zu halten. Mit aller Kraft versucht China nun einen Binnenmarkt zu schaffen um zumindest ein wenig die wegbrechenden Exporte zu kompensieren. Das wird allerdings so schnell und einfach nicht gehen. Revolten und Hungersnöte drohen auch dort.
Der Welthandel im Wandel
Die Reise nach Jerusalem des Kapitalismus geht schier endlos weiter, bis das letzte Land seine „Human-Resources“ ausgebeutet und seine Umwelt vergiftet hat. Und ob wir es hören wollen oder nicht. Wer billig kauft ohne wenigstens ein wenig darüber Nachzudenken woher die Ware kommt, auf welchem Wege sie gemacht oder gebracht wird, macht sich mitschuldig an der Ausbeutung und vor allem auch an den gewaltigen Umweltschäden, die alleine durch den Transport entstehen. Herrlich aussehende Erdbeeren aus Neuseeland dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie mindestens den zehnfachen CO2 Ausstoß gegenüber aus der EU eingeführten gleichwertigen Produkten verursachen. Unsere Eltern und Großeltern waren es noch gewohnt, Nahrung in erster Linie entsprechend der Saison zu verwerten.
Vermutlich wird dies aber zwangsweise ohnehin wieder zunehmen. Mangels Angebot und Nachfrage und weil derzeit der Transport weltweit, ob per Schiff, Bahn oder LKW in dramatischer Weise zusammenbricht. Dies hat viele Hintergründe, auch ähnlich der Vertrauenskrise der Banken da der Lieferant kaum noch sicher sein kann das der Kunde bezahlt und nicht noch während der Reise pleite geht. Da die Kreditversicherer derweil Zuschläge von 100% auf ihre Prämien nehmen, viele Geschäfte überhaupt nicht mehr versichern, kommt insbesondere der Güterverkehr per Schiff nahezu zum erliegen. Der Baltic Dry Index
ist hier ein eindeutiger Indikator. Er misst den Umschlag für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten und gilt als Frühindikator für den Welthandel. Dieser Index ist bereits zu Ende September übelst abgeschmiert. Die Auswirkungen sind derzeit bereits für die Transport- und Logistiksparte deutlich zu spüren. Sie sind übrigens auch extrem hart von den nur noch schwer erhältlichen Kreditversicherungen betroffen und gelten als Hauptpleitekandidaten für die nächsten Monate. Dort wird es auch bei uns Anfang 2009 Massenentlassungen geben. Das ist sicher! Wer an Hauptverkehrsstraßen lebt oder viel unterwegs ist und den Verkehr aufmerksam beobachtet, wird auch bereits eine deutliche Abnahme des LKW-Verkehrs beobachtet haben.
In Häfen weltweit stapeln sich die Container und die Schiffe. Es geht nicht mehr viel. Noch sind die Lager gut gefüllt, ich bin allerdings davon überzeugt, dass auch unsere Supermärkte derzeit das Angebot umstellen.
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So, genug der vermeintlich schlechten Nachrichten. Es ist aber allemal besser ungeschönt auf Kommendes vorbereitet zu sein, als in offene Messer zu laufen. Angst ist ein schlechter Begleiter und die sollte keineswegs erzeugt oder verspürt werden. Im Gegenteil. Es wird Zeit, und dies alles bietet auch die Chance dazu, wieder enger zusammenzurücken und sich der wirklich wichtigen Werte bewusst zu werden. Diese sind aber nicht in „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ zu finden. Waren sie auch niemals. Gerade angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes sollte man daher auch versuchen, offene Rechnungen sinnvoll zu begleichen. Nicht mit Hass und Abwendung. Sondern mit Zuversicht,liebevoller Zuwendung, Vergebung und vor allem der Bereitschaft, auch eigene Fehler einzugestehen.
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Vielen Dank an dieser Stelle an den Autoren.
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