Schon zu Anfang war mir mehr als klar geworden, das die Abwrackprämie - oder nun ja Umweltprämie - ein großer Unsinn ist, der mal wie üblich wieder übers Knie gebrochen wurde.
Das Händler mit den Autos etwas anderes machen als vorgesehen, sollte wohl jeden vorher schon klar gewesen sein. Gebe ich einem Schrotthändler ein wenig Taschengeld, bekomme ich sicher auch den nachweis für die Verschrottung.
Dieses Fahrzeug allerdings bekommt dann ein anderer Händler, der Schrottautos nach Afrika verkauft und ich dafür auch noch mal einige Euros in meine Tasche schieben kann.
Somit habe ich die Prämie vom Staat, das Geld vom Autohändler und ich kann mir ein funkelnagelneues Auto kaufen.
Aber halt! Das ganze System hat einen ganz groben Fehler, denn wieso hat man diese Prämie überhaupt eingeführt, welcher Gedanke steckt dahinter?
Die Prämie sollte die Deutsche Autoindustrie unterstützen, aber das tut sie nicht. Die Autokäufer sind ja nun auch nicht blöd und kaufen sich ein teures deutsches Auto, sondern weichen auf Autos aus, die deutlich günstiger sind und sogar meist besser ausgestattet sind.
Also wird nicht die deutsche Autoindustrie unterstützt, sondern wohl eher die Japanische, die Französische usw.
Dann kommt der nächste Grobe Schnitzer der Berliner Helden:
Wenn die ganzen alten Autos von der Strasse verschwinden, werden auch kleinere Werkstätten bald schließen können, denn ihre treuen Kunden werden ja ab sofort nicht mehr zu ihnen kommen.
Also hat Berlin hier schon mal wieder Arbeitslose geschaffen.
Nächster Denkfehler aus Berlin:
Würde man ein altes Auto noch 15 Jahre fahren, würde dieses Fahrzeug tatsächlich weniger Schadstoffe produzieren als die Herstellung eines Neufahrzeugs entstehen lässt.
Und noch einer:
Einige Schrotthändler machen das auch noch richtig clever und verschrotten die Fahrzeuge gar nicht wirklich, sondern zerlegen diese fein säuberlich und betreiben damit Ersatzteilhandel - was bei Karosserieteilen ja gar nicht so schlecht ist.
Aber es werden auch Motoren fein säuberlich ausgebaut und dann wieder weiterverkauft.
Und genau das sollte doch verhindert werden! Eben diese Motoren machen doch diese angeblichen Stinker aus!
Nun, und wer von den neuen Kunden der Autoindustrie tatsächlich glaubt, man hätte ihm wirklich 2500,-€ geschenkt, hat die Rechnung wie immer ohne den Wirt gemacht.
Wer also nun diese Prämie in Anspruch nimmt und für ein Neufahrzeug kein Bargeld zur Verfügung hat, nimmt also einen Kredit in Anspruch.
Dafür zahlt man natürlich eine Menge Zinsen und natürlich, wie solle es anders sein, Mehrwertsteuer!
Für das Auto an sich zahlen wir aber auch schon Mehrwertsteuer in größerem Ausmaß...
Und, wer hat uns nun etwas geschenkt???

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