Samstag, 12. Februar 2011

Israels Furcht vor Demokratie in Ägypten ist nicht echt

In zahlreichen Medien, so zum Beispiel bei der deutschen Welle, wird gegenwärtig verbreitet, Israel fürchtet sich vor der Demokratisierung Ägyptens. Immer wieder wird dazu die Muslimbruderschaft als Schreckgespenst aus dem Schrank geholt und den Menschen mit lauten Hui-Buh-Rufen vor die Augen gehalten.

Das ist kompletter Blödsinn, eine Propaganda-Show, Israels Furcht ist nicht echt. Die israelische Regierung tut nur so, als habe sie Angst davor, dass eine zukünftige demokratische ägyptische Regierung den Friedensvertrag mit Ägypten aufkündigen würde.

Der frühere Generaldirektor der israelischen Außenministeriums, Alon Liel, erläutert im Christian Science Monitor den wahren Hintergrund dafür, dass Israel unbedingt wollte, dass Diktator Mubarak an der Macht bleibt:

„Ich vermute, dass Ägypten beginnen wird, sich wie die Türkei zu verhalten. Sie werden nicht das Friedensabkommen mit Israel ruinieren, aber sie werden sehr viel kritischer mit Israel sein, keine Fortschritte beim Frieden zu machen, insbesondere nicht mit den Palästinensern. Sie könnten den Botschafter abziehen, ohne die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. Wir müssen uns auf Bewegungen von Kairo einstellen, die die Gefühle der ägyptischen Öffentlichkeit gegenüber Israel besser reflektieren.“

Das ist der Grund dafür, dass Israel Diktator Mubarak behalten wollte. Israel fürchtet nicht Krieg oder Terrorismus, sondern Kritik von Ägypten. Ägypten gehört von der Bevölkerungsanzahl und Wirtschaftskraft neben der Türkei und dem Iran zu den großen Drei der Region. Alle kleineren Länder des nahen Osten liegen genau in dem durch diese drei großen Länder definierten Dreieck. Sind die drei Länder sich in bestimmten Positionen einig, ist es für dazwischenliegende Länder schwierig, sich politisch nicht anzugleichen. Das gilt insbesondere für die Politik in Bezug auf Israel, wo die Bevölkerung zahlreicher arabischer Länder ihren Regierungen vorwirft, Israel nicht deutlich genug zu kritisieren. Natürlich gäbe es für Israel einen einfachen Weg, um sich von der Kritik zu befreien.

Israel könnte dazu zunächst einfach einmal seine international anerkannte Grenze – die sogenannte grüne Linie – als seine Staatsgrenze anerkennen und die Besatzung von jeglichem Territorium aufgeben, das außerhalb dieser Grenzen liegt. Dann könnte Israel natürlich damit aufhören, seinen Nachbarländern ständig mit Krieg zu drohen. Israel könnte auch davon Abstand nehmen, einen Mann, der kurz zuvor einem befreundeten Nachbarland angedroht hatte, einen riesigen Staudamm zu bombardieren, zum Außenminister zu machen. Gar nicht gut kommt es auch an, Hilfsschiffe von Nachbarländern für von Israel ausgehungerte Palästinenser mit Kommandotruppen zu stürmen und dabei Menschenrechtsaktivisten zu erschießen. Noch schlechter kommt es an, sich dann dafür anschließend weder zu entschuldigen noch dafür Schadensersatz zu leisten. Vorteilhaft wäre es auch, wenn Israel zukünftig davon Abstand nimmt, in anderen Ländern tödliche Sprengstoffanschläge zu begehen und Menschen zu ermorden. Davon, Botschafter benachbarter Länder demonstrativ auf niederen Sitzgelegenheiten zu platzieren und es obendrein zu verweigern, die Landesflagge des Gastlandes auf den Tisch zu stellen, könnte Israel Abstand nehmen. Hilfreich wäre es auch, wie die Nachbarstaaten dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten, sich daran zu halten und Inspektionen an Atomanlagen zuzulassen. Davon, Gasreserven, die nicht in eigenem Hoheitsgebiet liegen, unter Androhung militärischer Gewalt ausplündern zu wollen, könnte Israel Abstand nehmen. Und natürlich wäre es hilfreich, wenn Israel Einwohner seines Territoriums und ihre Nachkommen, die Israel zuvor vertrieben hat, und die als Flüchtlinge Nachbarstaaten zur Last fallen, wieder zurück dorthin lassen würde, von wo Israel sie vertrieben hat – oder sie zumindest so angemessen entschädigt, dass in den Nachbarstaaten aus eigener finanzieller Kraft ein menschenwürdiges Leben führen können.

Es ist also ganz einfach, was Israel tun könnte, wenn Israel wirklich Furcht vor Kritik hätte. Israel müsste einfach nur Völker- und Menschenrecht einhalten sowie gutnachbarschaftliche Gepflogenheiten einhalten, wenn Israel daran gelegen wäre, weniger kritisiert zu werden.

Als erste Geste guten Willens könnte Israel die verbrecherische Hungerblockade gegen Gaza für beendet erklären und dem hinzufügen, dass Israel selbstverständlich als Regierung Palästinas anerkennt, wen auch immer die Palästinenser wählen. Als weitere Geste guten Willens könnte Israel ein für allemal damit aufhören, dem internationalen Völkerrecht zuwiderlaufend in besetzten Gebieten wie dem Westjordanland, Ostjerusalem und dem Sinai Siedlungen für eigene Staatsbürger zu errichten, so wie das der amerikanische Präsident Barack Obama Israel vor eineinhalb Jahren nahegelegt hatte, als er in Kairo eine viel beachtete öffentliche Ansprache gehalten hat, und woraufhin der israelische Regierungschef dem amerikanischen Präsidenten anschließend in Washington lautstark zurecht wies, dass er sich für das Völkerrecht nicht interessiere und auch der geraubte Teil Jerusalems zur unteilbaren, ewigen Hauptstadt des fünftausendjährigen groß israelischen Reiches gehöre.

Aber Israel macht nichts dergleichen und ignoriert weiterhin Völker- und Menschenrecht sowie alle Gepflogenheiten gutnachbarschaftlichen Verhaltens. Dafür gibt es nur einen möglichen Grund: Israels Furcht ist nicht echt. Und deshalb wird Israel schon daran gewöhnen müssen, zukünftig auch von Ägypten so kritisiert zu werden wie von der Türkei.


Der Artikel ist von: Mein Parteibuch Zweitblog übernommen worden. Der Inhaber des Blogs erlaubt und wünscht sogar das Kopieren, somit ist natürlich auch hier das Kopieren erwünscht. Bitte nennt aber den Urheber des Artikels, das wäre nett.

Kommentare:

Bernmanu hat gesagt…

Israel ist die drittgrößte Atomare (Geschenke vom Westen) Militärmacht der Welt, die nichts Nennenswertes Produziert von dem der Staat leben könnte,und alles Importieren muss mangels eigene Ressourcen, fürchten braucht es sich Garantiert nicht dank großzügiger Unterstützung, nicht nur von Deutschland.

Ich würde jedem Verantwortlichen in Israel empfehlen sämtliche Spiegel zu entfernen, der Eigene Anblick könnte für Dauerunwohlsein und schlaflose Nächte voller Alpträume sorgen.

Gaza, Ungefähr 15.400.000 Ergebnisse
Schon die erste Seite bei Google und deren Tumbnails offenbart „was“ Israel Repräsentiert.
http://www.google.com/images?hl=de&source=imghp&biw=1280&bih=624&q=Gaza&btnG=Bilder+suchen&gbv=2&aq=f&aqi=&aql=&oq=

Solch ein Staat darf sich nicht selbst Regieren, dem muss unbedingt geholfen werden, schon aus Überlebens Möglichkeiten anderer Staaten.

LG

General-Investigation hat gesagt…

Absolut! Diese Bilder sind wirklich ein guter Beleg für das "friedliche und Friedliebende" Israel.
Ich schreibe hier lieber nicht was ich über das Volk denke, sonst drückt man mich noch in die rechte Ecke - und das bin ich absolut nicht.
Aber jedes andere Land wäre schon längst Militärisch besetzt worden wenn es sich so daneben benehmen würde und die Wildsau spielt.

Diese verfluchte rechte regeirung muß verschwinden sonst den Orthodoxen Juden und diese widerlichen Siedler, die absolut nicht am Frieden interessiert sind.