Mittwoch, 2. März 2011

Merkel wirft Opposition Scheinheiligkeit vor

Bundeskanzlerin Merkel spricht im Zusammenhang mit dem Rücktritt von K.T. zu Guttenberg tatsächlich von Scheinheiligkeit und Verlogenheit, was die Opposition angeht.
Gerade Angela Merkel sollte sich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn sie hat jemandem Rückendeckung gegeben, dessen Immunität bereits vor einer Woche aufgehoben wurde und die Staatsanwaltschaft sich mit dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs, der Unterschlagung und wenigstens noch mit dem Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetzes (§106 UrhG)

§ 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke
(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Gerade weil es offensichtlich zu Straftatbeständen gekommen ist sollte Frau Merkel sich besser ruhiger verhalten, denn gerade ihre Aussagen haben nicht dazu beigetragen das man in Politiker tatsächlich Vertrauen haben kann. Sobald es um Straftaten geht, bei der jeder andere Bürger sofort vor dem Richter stehen würde, kann es gerade bei einer Persönlichkeit in der Öffentlichkeit nicht anders gehandhabt werden, möglicherweise als Kavaliersdelikt abgetan werden - und genau das hat Frau Merkel getan und sich den Zorn der Wissenschaftler zugezogen.

Die Opposition dafür verantwortlich zu machen ist daher eher lächerlich, denn es soll lediglich von eigenen Fehlern abgelenkt werden die dazu geführt haben, das ein Herr zu Guttenberg gehen musste.
Wer Ehrlichkeit, Redlichkeit und Ehre in den Vordergrund schiebt um sich zu profilieren soll sich nicht wundern, wenn die eigenen Vorgaben auch bei ihm selbst Anwendung finden. Und nicht die Opposition war es, die den ehemaligen Minister gestürzt hat sondern die Nutzer des Internets die ihre Möglichkeiten zur Prüfung genutzt haben, um dem Herrn zu Guttenberg einmal richtig auf den Zahn zu fühlen, denn es mutet schon seltsam und unheimlich an, wie ein völlig unbekannter Politiker vom Lande ganz plötzlich einen Senkrechtsstart ohne Hindernisse ablegt, was eigentlich gar nicht so möglich ist.
Da muß man schon mal an der einen oder anderen Stelle stutzig werden dürfen, denn man erklärt uns immer wieder das es eine Demokratie ist, in der wir leben.

Nun, ganz toll wurde es eben auf einer Wahlveranstaltung, die Angela Merkel in Baden-Württemberg zu diesen Äußerungen nutzte, denn sie ist sich sehr bewußt das die Union Stimmen verliert und am 27. März sehr wohl eine Entscheidung gegen den derzeitigen Ministerpräsidenten Mappus fallen wird. Sollte das Ergebnis so verheerend sein wie in Hamburg, wird auch sie bald Geschichte sein, denn noch mehr darf die Union keinen Schaden nehmen, wie sie es jetzt sehr deutlich getan hat.
Im weiteren ist nun bekannt geworden, das Herr zu Guttenberg ein viel größerer Aufschneider und Selbstdarsteller ist als bisher angenommen:

Zu Guttenberg konnte nur mit einer Ausnahmegenehmigung , die er durch einen CSU-nahen Professor bekam, überhaupt promovieren, denn sein Examen war keine wirkliche Leistung die dafür Ausreichend gewesen wäre. Das dann bei der Doktorarbeit ein summa cum laude erreicht wird erscheint wohl eher unmöglich.

video

Die Scheinheiligkeit liegt also eher bei Kanzlerin Merkel als bei der Opposition, denn Sie hat lediglich ihre Wahlkämpfe in den Bundesländern im Hinterkopf und ganz sicher auch ihre persönliche Situation, die sich dadurch eben nicht gebessert, sondern deutlich verschlechtert hat.

Würde sie nicht so unverhohlen lügen oder sich ihre Wahrheit selbst zurecht rücken, hätte man unter Umständen bei dem einen oder anderen Politikern zustimmen müssen, wenn es um Scheinheiligkeit geht - hier sei insbesondere Herr Trittin von den Grünen genannt, der zu solchen Themen eigentlich besser schweigen sollte,denn so ein sauberer Herr wie er Glauben machen will, ist er ganz und gar nicht.

Und noch ein letzter Einblick in die Ergebnisse der Plagiatsprüfung, die ermittelte, das am 01.03.2011 um 11:30 sagenhafte 73,79% der Texte ungekennzeichnet in die Doktorarbeit übernommen wurden. Wer dabei noch von einem Versehen spricht oder immer noch glaubt es sei alles in bester Ordnung, sollte dringend sein Rechtsverständnis überprüfen.



















Aktualisierte Daten: 01.03.2011 15:05

Auf 324 der 393 Seiten der Dissertation wurden bisher plagiierte Stellen gefunden. Dies entspricht 82.44%. Es sind nun 891 Plagiatfragmente aus über 120 verschiedenen Quellen mit zusammen 8.061 von insgesamt 16.325 Zeilen der Arbeit dokumentiert.


Quellen:

Merkels Rede
Ausnahmegenehmigung
Plagiatsaffäre kostet Stimmen
Live-TV Verbot
Trittin Kritik

Grafik

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren! Autsch. Jetzt verstehe ich, warum der so störrisch nur das zugegeben hat, was ohnehin schon erwiesen war. Ich hätte nur für "die Ehre", oder um Minister zu bleiben, auch nie meine FREIHEIT riskiert. Der konnte sich ja bloss so "armselig" herauszuwinden versuchen. Armes Ding, der KT.

General-Investigation hat gesagt…

Es geht nicht einmal um Ehre, sondern darum das er selbst von anderen das verlangt, was ihm wie es scheint ziemlich fremd ist.

Das er angeblich Ehrhaftigkeit verkörpert, die ihm seine Anhänger andichten wollen, ist ein Scherz.
Er scheint schlimmer zu sein als der Rest der Regierungspolitiker.

Ein ziemlich trauriger Typ - Gel alleine macht es eben nicht.