Montag, 6. Juni 2011

Und das sagt ein Amerikaner...

Die vorliegende Schrift stellt nicht nur ein besonders kennzeichnendes Dokument der deutschen Nachkriegsgeschichte dar, sondern hat auch selbst Geschichte, Nachkriegsgeschichte gemacht, und zwar in den Vereinigten Staaten. Der Verfasser, Dr. Ludwig A. Fritsch, ist amerikanischer Geistlicher deutscher Abstammung, der damals in Chicago wirkte. Die englische Originalausgabe seiner Schrift wurde in den Jahren 1948 und 1949 in 50000 Exemplaren verbreitet. 37000 Stück wurden verkauft, der Rest frei versandt, so auch an den Präsidenten Truman, alle Regierungsmitglieder, alle Senatoren und Abgeordneten, die vier Kardinäle, alle Erzbischöfe und Bischöfe, alle protestantischen Kirchenpräsidenten, an die Präsidenten aller Universitäten und Colleges und viele weitere maßgebende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Es ging dem Verfasser darum, der auch mit Kriegsende nicht aufhörenden Haßpropaganda die Wahrheit über das, was in Deutschland nach dem Kriege geschah, entgegenzustellen und an das sittliche Verantwortungsbewußtsein der amerikanischen Politiker, vor allem aber der Geistlichkeit zu appellieren. Der Erlös aus den verkauften Exemplaren wurde zu Hilfsaktionen für die Vertriebenen, Obdachlosen und sonst Notleidenden in der "Heimat", also in Deutschland verwandt. Über die Wirkung dieser so systematisch verbreiteten Schrift erfuhr der Verfasser, daß Präsident Truman aufgrund der Lektüre endlich die Erlaubnis gegeben habe, Liebesgabenpakete nach Deutschland zu senden, was bekanntlich in den ersten Jahren nach 1945 nicht gestattet war. Der bekannte deutsch-amerikanischer Senator von North-Dakota, William A. Langer, schrieb dem Verfasser damals: "Du hast mit Deinem mutigen und aufklärenden Buch beim Präsidenten mehr erreicht, als alle Bittsteller und Abordnungen zusammengenommen, denn Du hast ihm ins Gewissen gerufen." Die daraufhin einsetzende Paketaktion bewahrte in Deutschland unzählige vor den schlimmsten Folgen des Hungers.
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Und komme nun niemand auf die Idee, das damit die Kriegsverbrechen der deutschen schön geredet werden sollen oder sonst wie damit beschönigt werden.
Damit soll die Meinung eines Amerikaners dargestellt werden, die sonst kaum zu finden ist - schon gar nicht in unseren Geschichtsbüchern. Man vergisst immer nur zu gerne, was überhaupt zu gewissen Handlungen geführt hat. Auch heute ist es noch so, denn es kommt lediglich darauf an, wer etwas zu gewissen Themen sagt.

Auf die Reaktionen jedenfalls bin ich sehr gespannt.

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