Freitag, 2. März 2012

Eine Sache des Betrachtungswinkels

Eigentlich ist mir Facebook und der ganze Zirkus der darum gemacht wird, relativ egal, doch dieser Artikel hat wie es scheint eine gewisse Absicht, die es zu ergründen gilt. Hier behauptet man, das Facebook also von älteren und weniger Gebildeten nicht so gerne benutzt wird, weil Sie Angst hätten.
Angst vor was? Das man seine Daten öffentlich einsehen kann, man diese Daten benutzt um damit Geschäfte zu machen oder das sich zukünftige oder vorhandene Chefs dort einklinken um an die Geheimnisse zu kommen? Wenn es also die weniger Gebildeten sind, die wie die Älteren Facebook meiden, hat das sicherlich unterschiedliche Gründe, aber dann sind diejenigen die auf die Straße gehen um gegen Vorratsdatenspeicherung zu protestieren und diejenigen, die mehr Privatsphäre im Internet wollen, alle neurotisch? Der Autor Nils Jacobsen scheint sich auch gar nicht dessen bewußt zu sein, was aus dem Internet, das einst zur Information gedacht war, geworden ist. Der Internetnutzer muß sich mit diverser Sicherheitssoftware gegen Spionage schützen, muß aufpassen das man ihm seinen Rechner nicht kapert und seine Passwörter entwendet, beim Onlinebankgeschäft ist man angreifbar wie noch nie, obwohl Banken das Gegenteil behaupten und vieles mehr, aber der Autor glaubt, die Menschen hätten Muffensausen.
Alleine zu suggerieren das es Menschen mit niedrigem Bildungsstand wären, die gegen Facebook Bedenken äußern, ist schon ziemlich dreist oder sagen wir einfach unverschämt; andererseits zeigt es aber wohl deutlich, das die angeblich niedrige Bildung mehr Verstand hervorruft und die Menschen mit höherer Bildung  leichtgläubiger zu sein scheinen. Doch etwas kann da nicht so ganz stimmen, denn sind es denn nicht die PIRATEN und der CCC (Chaos Computer Club) die uns waren und Bedenken äußern und wie im Fall des CCC beweisen, das man im Internet angreifbar ist. Und das sind dann die mit dem niedrigen Bildungsabschluss? Wohl kaum.
Interessant ist auch die Aussage von Alexander Kolb, der eigentlich mit seiner Annahme hätte recht haben müssen, wonach höhere Bildung dazu befähigen sollte, kritischer zu sein. Das scheint allerdings nicht zu zutreffen.
Was das Nutzerverhalten angeht sollte es wohl kaum wundern das Singles im netz aktiver sind und verheiratete sich eben um den Partner un die Kinder kümmern. Es wäre seltsam wenn es anders wäre, denn dann müsste man wirklich überlegen was falsch läuft. Es kann aber auch ein ganz banaler Grund sein, das sich viele weigern, Facebook zu benutzen, denn Sie haben vermutlich reale Freunde, mit denen Sie sich treffen. Sie rufen jemanden an und treffen sich, oder man geht wie früher einfach hin und klingelt und wird dann sehen ob man etwas gemeinsam machen kann. Wer in Facebook angebliche Tausend Freunde hat, lebt wohl eher in einer Scheinwelt, und ob das dann besonders intelligent ist, wage ich zu bezweifeln.

Doch muß man langsam aber sicher an den Ausführungen des Artikels zweifeln, denn im Artikel der Welt steht zum Beispiel etwas, was einen völlig anderen Sinn ergibt:
 Gerade junge Schüler und Studenten gehen recht sorglos mit dem sozialen Netzwerk um. 59,5 Prozent der 14- bis 19-Jährigen in Deutschland sehen in dem Netzwerk, das weltweit schon mehr als 800 Millionen Nutzer hat, vor allem nur eines: Spaß. Dabei warnen Datenschützer in Deutschland schon lange vor Facebook und fordern die Nutzer auf, sorgsamer mit ihren Daten umzugehen.


Jetzt müsste man  tatsächlich noch einmal auf die ursprüngliche Aussage eingehen, in der behauptet wird, das die Kritiker wohl eher weniger gebildet sind...
Ein höherer Schulabschluss jedenfalls sagt nichts darüber aus, ob jemand wirklich klug ist und etwas weiß, sondern nur, das jemand entschieden hat welche Schulform weiterhin in Frage kommt. Im Zweifelsfall liegt es auch einfach nur daran, das im Elternhaus Akademiker befinden. das macht den Weg auf das Gymnasium in aller Regel frei, denn es geht nicht darum ob man etwas kann, sondern aus welchem hause man kommt. Die angebliche Elite möchte unter sich bleiben.

Das Höhere Schulabschlüsse nicht zwangsläufig zu mehr Wissen führen, hat die Universität Köln gerade feststellen müssen. Wer auf dem Gymnasium war und Abitur gemacht hat, muß nicht wirklich klug sein und Wissen gesammelt haben. Aber so ist das bei uns in Deutschland: Für jeden Unsinn muß man Bescheinigungen und Abschlüsse nachweisen, die im Grunde nicht viel wert sind.
In den 1960er Jahren noch hatten lediglich 1% der Schüler die Voraussetzung für den Besuch des Gymnasiums, wobei diese Abiturienten noch Wissen hatten und wirklich etwas geleistet haben.
Und heute gehen 40% der Schüler auf ein Gymnasium und bringen zum größten Teil keine anständige Leistung mehr, haben kein Wissen, keine sozialen Kompetenzen und sind brutal ausgedrückt, nicht lebensfähig.
 In einem Artikel heißt es:

Von 368 Studenten haben nur 21 eine Matheklausur an der Uni Köln bestanden. Das ist eine Durchfallquote von 94 Prozent. Viele Studenten klagen nun darüber, dass die Klausur zu schwer war. Auch die Lehrmethoden der Professorin kritisieren sie. Jetzt will die Universität die Lehre verbessern.


Nun ist also die Professorin schuld - natürlich, wer sonst. Schließlich ist man an den Universitäten dazu verpflichtet den Studenten erst einmal das Grundwissen beizubringen, was an den Gymnasien im besten Fall nicht vermittelt wurde und es wegen akuter Faulheit nicht gelernt wurde. Macht jemand eine Ausbildung und es gibt dort Wissenslücken, muß man die auch selbst füllen, denn wie überall drängt die Zeit. Ein Studium ist schon verkürzt, also muß man selbst etwas dafür tun - herum heulen ist da nicht drin.

Des Rätsels Lösung für die Nutzung von Facebook scheint auch gelüftet zu sein:

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) kommt zu einer anderen Einschätzung. "So etwas darf einfach nicht geschehen" kritisiert Jonas Thiele vom Asta-Vorstand die hohe Quote. Nach dem das Klausurergebnis bekannt wurde, haben sich die Studenten über Facebook organisiert und sich gemeinsam mit einem Brief an den Asta gewendet.
Ist man also deshalb zu diesem sagenhaften Ergebnis der Umfrage gekommen, denn unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist es kein Wunder, das die höher Gebildeten Facebook mehr benutzen.
Die Klügeren jedenfalls scheinen Facebook zu meiden.



 

Originalartikel





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