Sonntag, 26. August 2012

Der 26.September 1983 sollte ein Feiertag sein

Dieses Datum sollte von niemandem vergessen werden, auch sollte ein Name, der unmittelbar damit in Zusammenhang steht, nie untergehen. Es handelt sich hierbei um Oberst a.D. Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow von der damaligen Roten Armee. 

Der 44-jährige Oberstleutnant der Sowjetarmee arbeitet als leitender Offizier im Kontrollraum der Kommandozentrale der Satellitenüberwachung Serpuchowo-15 und hatte den Auftrag, bei einem Angriff der NATO entsprechend zu reagieren und seinerseits Atomraketen in Richtung der NATO-Staaten abzuschießen. 
In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1983 wurde ich als aktiver Soldat alarmiert, die Fahrzeuge wurden aufgerüstet und die Waffen wurden ausgegeben. Das ganze war für uns Routine, weil im Grunde zwei mal im Jahr NATO-Alarm war um zu prüfen, wie lange die einzelnen Truppenteile benötigen, um Einsatzbereitschaft zu melden. Alles lief wie immer, es gab nichts ungewöhnliches.
Ein NATO-Alarm hat damals bis zu 72 Stunden gedauert, also waren wir nicht weiter beunruhigt. Wir waren uns auch gar nicht wirklich bewußt darüber, das wir fast 3 Tage draussen waren und schon fast in unsere "scharfen Feuerstellungen" verlegt hätten, die ca. 20 km von unserer damaligen Stellung entfernt lag. Oberst Petrow hat zu dieser Zeit eine mutige Entscheidung getroffen, denn seine Wand-große Karte hat ihm per Blinklicht angezeigt, das an der Ostküste der USA eine sogenannte Minuteman II - Rakete gestartet worden wäre.

Die Minuteman II- Rakete ist eine Dreistufige Rakete mit einem Sprengkopf von 1200 Kilotonnen Sprengkraft, die nach dem kalten Krieg durch die Minuteman III-Rakete abgelöst wurde und noch bis wenigstens 2030 im Dienst bleibt.
Wikipedia

Oberst Petrow hat dadurch, das er nicht einfach blind geglaubt hat was die Anzeigetafel ihm dort angezeigt hat, mehr als 1,2 Milliarden Menschen das Leben gerettet!
Das er das Leben von so vielen Menschen gerettet hat, ist zu der Zeit niemandem im Westen aufgefallen, wie auch. Doch selbst in der Sowjetunion wurde das ganze geheim gehalten, denn wer will schon zugeben, das ein Systemfehler fast den 3. Weltkrieg ausgelöst hätte. das hätten die US Amerikaner nicht getan wie auch eben die Sowjetmachthaber das nicht zugegeben hätte. Traurig ist nur, das Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow 23 Jahre später in New York dafür geehrt wurde.
Das ist der traurigste Teil an der Geschichte, denn der Dank an Ihn wäre das wenigste gewesen. Dieser Mann hat es wirklich mehr als nur verdient, er ist ein wirklicher und wahrlicher Held.

Ich hoffe nur, das in den Geschichtsbüchern in unseren Schulen dieser Mann steht und in Erinnerung bleibt, denn hätte er nicht so gehandelt wie er es getan hat, würden viele von uns hier jetzt nicht sitzen um das zu lesen und ich selbst nicht, um das hier zu schreiben. Viele Kinder und junge Erwachsene würde es heute gar nicht geben können. Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow hat da sicherlich nichts davon, aber wir sollten immer an ihn denken; das sind wir dem 
heute 73 jährigem schuldig. 

Ich jedenfalls habe jedes Jahr an diesem Datum meinen zweiten Geburtstag.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich stimme dir zu 100 Prozent zu

ZAfaS-Oldenburg hat gesagt…

Nur schade das sich kaum jemand dafür interessiert; ist ja schließlich nichts passiert...

So sind sie, die lieben Mitmenschen.

slawomir Eberlein hat gesagt…

Gott Segne Aller-zeit Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow...

Anonym hat gesagt…

Ich kann mich auch an diesen nato-alarm erinnern