Samstag, 1. September 2012

Bye, bye Piraten

 

Genau das haben die Bürger mittlerweile gemacht - sich informiert - die vorab so begeistert waren, als die Piraten wie aus dem Nichts auftauchten; zum Leidwesen der Piraten. Was hat man gejubelt und frohlockt, doch es hat nicht lange gedauert, da waren die Piraten schnell auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt.

Am 31.August 2009 hatte ich bereits geschrieben:

Nach diesem Wahlsonntag am gestrigen Tag zeigte sich, ob der Vorschusslorbeer für die Piraten gerechtfertigt oder ob es möglicherweise nur ein Wunschdenken auf den Plattformen von StudiVZ oder Xing und anderen war.Wer auf solchen Plattformen angeblich mit 76% - wie am 4.7.09 auf Telepolis veröffentlicht - in der Hitliste steht, sollte sich darüber im klaren sein, das es eine eher einseitige Umfrage war. Immerhin setzt sich die Piratenpartei aus eben dieser Altersklasse zusammen, wie sie bei StudiVZ überwiegend anzutreffen ist - vornehmlich männliche Studenten.

Die Realität ist wohl doch härter als es sich einige der Piraten so gedacht haben, denn einfach auftauchen ohne auch nur jeglichen Plan zu haben, der tatsächlich Veränderungen herbei führt, lässt alles sehr schnell in einem anderem Licht erscheinen. Wer auch noch glaubt, das man in der Partei mit jedem der Mitglieder jeden einzelnen und noch so kleinen Punkt absprechen muß, merkt nicht einmal das man sich selbst blockiert, jeder Art von Spontanität zum scheitern verurteilt ist. 
 Die Piraten können zumindest sagen: Spontanität muß wohlüberlegt sein! So arbeiten sie jedenfalls schon, weil jeder unbedingt mitbestimmen will und selbst an den Parteitagen eher der Anschein von politischem Kabarett  überwiegt. Ein Haufen Träumer die alles möglichst kostenlos wollen, die jemanden an die Medienfront schicken, der gerade einmal durch seine Faxen und Mimik auffällt. Abgesehen davon, das fast die Hälfte der Mitglieder ihre Jahresbeiträge nicht zahlt - was im übrigen deutlich widerspiegelt, was Piraten so von Dingen halten, die man einfach bezahlen muß.

Die Piraten wollten die Politik verändern, doch tatsächlich hat die Politik die Piraten verändert.

Die Financial Times Deutschland  hat am 24.09.2009 geschrieben:


Die Piraten sind zu Schlips- und Anzugträgern mutiert. Auf einer Pressekonferenz präsentierten sich Parteimitglieder jüngst im Businesslook: schwarzer Anzug, Hemd, Krawatte. Es hätte auch jemand von den großen Parteien dort sitzen können. Beim Parteitag im Juli war das noch vollkommen anders. Damals war Orange die vorherrschende Farbe. Erwachsen sind die Piraten trotz dieser Verkleidung zwar noch lange nicht. Aber ihre neuen Kleider zeigen symbolisch, dass die Partei ihre politische Unschuld verliert: Sie ist auf dem besten Weg, im deutschen Parteien-Einerlei anzukommen. Um nicht völlig ihre Wurzeln zu verlieren, bleibt den Piraten nur eins: Sie müssen es endlich langsamer angehen lassen und sich von der bundespolitischen Ebene zurückziehen.
Und heute ist die Sache mit den Piraten noch viel mehr Menschen klar worden, die vorher so überzeugt waren, das die Piraten diejenigen sind, die alles ändern werden - nein können! Und was ist tatsächlich passiert? Gar nichts, höchsten das sich immer mehr Menschen von diesen Möchtegern-Politikern abwenden, die zwar überall gerne kritisieren, nur bei den wirklich wichtigen und entscheidenden Themen nichts zu sagen haben. Wie heißt es dann so gern: "Da haben wir uns noch nicht mit beschäftigt, aber wir sind dabei."
Man muß erst die Hausaufgaben machen und dann erklären, wie man sich was vorstellt, wie man etwas zu lösen gedenkt.So ist das ganze einfach nur lächerlich und macht keinen Sinn. So gab es einige Mitmenschen die den Piraten schnell hinter her gelaufen sind und man ihnen wohl nachsagen muß, das auch Sie in keinem Fall richtig überlegt haben, was denn da wohl auf sie zukommt.


Alternative Politik? Frischer Wind in der Politik? Das war einmal. Die Piraten gleichen sich immer mehr den etablierten Parteien an, um 2013 Jahr den Bundestag zu stürmen. Aus demütigen Nerds sind mittlerweile ehrgeizige Politplaner geworden. Die ersten wenden sich enttäuscht ab.





 
Mal sehen wie lange Sie noch durchhalten und das Lack an Bord so groß ist, dass das Wasser nur noch so eindringt. Sie können nur hoffen, das nicht noch hoher Wellengang aufkommt  und das Wasser, das ihren Untergang besiegeln wird, nicht noch über die Bordwände schwappt. Das Meer kennt keine Verwundeten, sondern alle werden untergehen; mit Mann und Maus. Und wir können gespannt darauf warten, ob auch hier der Kapitän zufällig mit ins Rettungsboot fällt - Italienische Kapitäne haben es vorgemacht. Hier ist auf jeden Fall genau das passiert, was ich schon immer vorausgesehen habe: man gründet keine neue Partei, sondern man geht in die bestehenden und ändert von innen etwas.  Wenn es dann nicht funktioniert, hat man zu mindestens keine ganze "Armee" sinnlos verheizt. Das müssen die Piraten nun am eigen Leib erfahren, aber das gehört auch dazu wenn man erwachsen werden will.

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