Mittwoch, 3. Oktober 2012

Der unheimliche Glaube an Bio

Bio an sich wäre eine prima Sache, wenn da nicht die Notwendigkeit der Bauern wäre, mit ihren Produkten Geld zu verdienen. kein Bauer kann es sich aus Menschenfreundlichkeit leisten, etwas anzubauen um es dann unter Preis anzubieten. Kein Bauer kann das, weder der Biobauer noch der konventionelle Landwirt.bei müssen genug Ertrag herausholen, damit sich der Aufwand rechnet. Landwirtschaft ist nun mal kein Bürojob, und das vergessen gerne mal einige Mitmenschen. Schauen wir uns doch einfach mal an, was an Bio so klasse ist oder welche Vorteile Bio uns bringen soll(te).





Ja, es ist ernüchternd, aber Bio war noch nie das, was man dem Verbraucher versprochen hatte. Man hat immer sehr schnell am Preis erkannt, ob es Bio sein soll oder nicht, denn wer bis zu 4 mal mehr für Gemüse und Obst ausgeben muß, muß da schon mal kräftig schlucken. Gurken sahen schrumpelig aus, Blumenkohl war gerade mal noch etwas mehr als Faustgroß. Denke ich da an den eigenen Garten, ist das ganze dann schon eine wirkliche Frage, denn beim eigenen Anbau wird alles deutlich größer als beim Biobauern auf dem Wochenmarkt; und das, obgleich alles ohne jegliche Dünger angebaut wird und auf gar keinen Fall etwas zum spritzen benutzt wurde. Wie also kommt es, das doch bei gleicher Anbauweise das Gemüse im Garten deutlich größer ist?



95% also sind der Meinung, die Umwelt schützen zu müssen (die Natur gehört zur Umwelt, also warum doppelt aufzählen?) was ja auch gut ist, da gibt es keine Zweifel. Doch wo sind die Regeln für, die im Biolandbau für alle gelten? Seltsam ist doch, das bei den unterschiedlichsten 
Biomarken völlig unterschiedliche Grundvoraussetzungen gelten, also jeder nach Gutdünken selbst festlegt, was Bio an sich ist. Damit ist Bio nicht wirklich glaubwürdig, oder doch?


Schauen wir doch einfach genau hin, was so einzelne Lizenzgeber - was anderes sind sie ja nun tatsächlich nicht - so vorschreiben, um aus Gemüse Biogemüse werden zu lassen.

Das Biosiegel nach EG-Verordnung beispielsweise gibt es seit 2001 Bundesweit. Sinn des Siegels soll sein, tatsächliches Biogemüse oder auch gerne Obst zum Beispiel aus Spanien zu erkennen. das ist doch Vorbildlich - oder doch nicht? Macht Bio nicht erst dann wirklich Sinn, wenn wir dieses Obst und Gemüse nicht erst quer durch Europa fahren oder fliegen, um dann bei uns in den Regalen zu landen. Da war doch was mit Umweltschutz, wo doch 95% so erpicht drauf sind, das umzusetzen. Aber Möhren aus Spanien oder Kiwis aus Südfrankreich? Das nenne ich lizenzierten Etikettenschwindel.



Bei Bio-Butter gibt es keine Richtlinie, weil ja bei der Fütterung der Kühe keinerlei Grenzen angezeigt werden. Füttert ein Biobauer demnach mit 90% Silage und 10% mit anderem Futter, darf er das ganze immer noch Bio nennen. Das ist doch beruhigend. das dann aber einen tatsächlich naturbelassene Butter aus Irland nicht als Bio gilt, ist schon mehr als verwunderlich. Wäre aber für uns so oder so Unsinn, weil die weite Anreise ganz sicher nicht der Umwelt hilft.



Bio Wein muß wie anderes Obst gespritzt werden; und zwar nicht mit der chemischen Keule, aber mit Kupfer. Kupfer hat die Nebenwirkung, den Boden auszulaugen, so das nach wenigen Jahren (man spricht von 2-3) auf diesem Boden nichts mehr wachsen wird.Übrigens dürfen seit einigen Wochen Weine nachträglich künstlich gesäuert werden - was also ist daran Natur wenn ich etwas dazugeben darf, was nicht natürlich enthalten ist?


Damit es klar wird, was überhaupt im Biolandbau gemacht wird, um Obst und Gemüse verkaufen zu können, hier etwas sehenswertes, was jeden Biokäufer sehr nachdenklich werden lassen sollte.


Noch einmal Klartext: Die verwendeten Spritzmittel


FLUMIOXAZIN Chemische Eigenschaften,Einsatz,Produktion Methoden
R-Sätze Betriebsanweisung:
R61:Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
R50/53:Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
S-Sätze Betriebsanweisung:
S53:Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
S45:Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).
S60:Dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
S61:Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

Nun wollen wir einfach klären, was überhaupt B4 bedeutet.
Zitat aus einem PDF vom Imkermeister  Christoph Koch:




Wirkstoff:
300 g Kupfer /l in Form von Kupferhydroxid; als Suspensionskonzentrat (SC)
(460,6 g Kupferhydroxid /l)
Gefahrensymbol: Xn, N
Bienen: nicht bienengefährlich (B4)




Wirkstoff: 756 g Kupferoxychlorid /kg (= 45 % Cu)
Wasserdispergierbares Pulver (WP)
Gefahrensymbol: Xn, N
Bienen: nicht bienengefährlich (B4) 


Hier die genannten Gefahrzeichen dieser Stoffe:

Wird einem da nicht doch ganz anders, wo man doch die Umwelt schonen wollte und alles nur deshalb macht, weil es einfach besser ist - oder ist es nicht doch einfach nur etwas für das gute grüne Gewissen , das von denen lanciert wurde, die mit dem Porsche Cheyenne ihre Kinder zur Privatschule fahren?! Anschließend fährt die Mutti dann zum Biosupermarkt um ganz frisches und vor allem Gesundes Obst und Gemüse einzukaufen, damit es den Kindern an nichts fehlt. dabei gibt es dann natürlich nur Gemüse und Obst aus der Umgebung, also maximal Deutschland-weit. Gut, es kommt auch aus Spanien, Ägypten, Griechenland, der Türkei, Holland, Frankreich usw..

Klar, da sind ein paar Länder dabei die nicht in Europa liegen, aber bitte, es ist doch Bio - das ist wichtig.
Wie dem auch sei, das nächste Problem steht schon vor der Tür, denn wer Bio will, will auch Bio Honig, oder? Und was haben wir ein Glück, das diese Stoffe gar nicht gefährlich für die Bienen sind - steht ja auch drauf: "Bienen-ungefährlich". Aber was bedeutet das überhaupt?

B4 Bienen-ungefährlich: Was sagt die LD 50 aus:Nach 24 Stunden lebt noch die Hälfte der Versuchstiere! Dies gilt als akzeptable Größe für hinnehmbare Schäden. Für E605 und Co ist das auch richtig!


 Da schmeckt der Bio Honig doch noch mal so gut; oder wie sehen Sie das?


Das die Schalen der Tomaten beim Biobauern dünner und beim herkömmlichen Erzeuger dicker sind, ist völliger Unfug. Lediglich die jeweilige Sorte ist ausschlaggebend. Würde ein Biobauer sich entsprechende Sorten holen, wären auch die Tomaten fester, weil die Schale dicker ist. das ist für mich Kundentäuschung; oder bringt jemand seien Tomaten zum Biohof zurück weil die Schale plötzlich dick ist? Ich selbst habe schon viele Tomaten selbst gezüchtet und glaube schon, das ich das beurteilen kann.


Wer wirklich glaubt, das Brot vom Biobäcker anders ist als das, was er sonst beim Bäcker bekommen wird, ist ein Narr. Das Mehl kommt von den gleichen Händlern wie auch das Getreide der großen Mühlen, man nimmt den Kunden lediglich mehr Geld aus der Tasche, weil es angeblich so viel besser ist. Wer sich ein bisschen Mühe macht, sollte einfach mal prüfen, wo Getreide angebaut wird, das ohne jeglichen zusätzlichen Einsatz von verschiedenen Düngern oder ähnlichem auskommt. vermutlich wird der Landwirt dort gerade mal 50% der regulären Ernte einfahren können, wenn überhaupt. Das aber nun der Boden vorab auch vorbereitet werden muß, kein Bauer mit Pferd und Pflug das ganze, sollte doch selbst Bio-Fanatiker stutzig machen. Oder wie war das noch mit dem ach so bösen CO²?


An den Aussagen über BIO - Hopfen kann man  schon ausmachen, das der Autor dieser Aussagen nicht wirklich viel weiß, denn zum ersten trägt die Hopfenpflanze erstmals nach 5 Jahren ihre "Früchte, nämlich die Hopfenblüte, die man zum brauchen verwenden kann und zum zweiten müßte der Brauer entsprechend Hopfen zukaufen. Und da Hopfenanbau sich nicht wirklich lohnt, wird man auch dort zu Fertigprodukten zurückgreifen müssen. Wer sich schon einmal mit dem Anbau und dem brauen befasst hat, wird schnell feststellen, das es einer gewaltigen Menge Hopfen bedarf, um ein Bier fertig zu bekommen. Und was ist mit der Hefe und den anderen Zugaben, die notwendig sind, was ist mit dem Überleben dieser kleinen Brauereien, die dann natürlich um einiges teurer sein müssten und lediglich nur regional auftauchen können - würde man Bundesweit vertreiben, wäre es eine Massenproduktion, die zudem lange Transportwege beinhalten. Auch ist es ein interessanter Widerspruch wenn ein Bio-Bauer Getreide sät, das doch tatsächlich wenig Eiweiß beinhaltet, denn von anderen BIO-Produkten behauptet man doch das genaue Gegenteil. Mehr Nährstoffe, besserer Geschmack. Das ist Marketing, aber weit weg von der Realität.



Das sind jetzt die Aussagen zu  Naturland,  doch das ist mir zu einfach. ich möchte als Kunde auch wissen, was mit den anderen Lizenzgebern ist, wie die mit den Fischen umzugehen haben. Und was ist mit Seefisch, der nach allgemeiner Ernährungswissenschaftlicher Aussage sehr viel gesünder ist als Süßwasserfische; sollen die jetzt auch in großen Zuchtbecken gezüchtet werden?
Das wäre aber sicher nicht mehr Bio, denn Fische die in Freiheit aufwachsen, sind lediglich Bio.
Jede andere Art ist mit Natur nicht zu vereinbaren; Zucht kann kein BIO sein, denn BIO ist natürlich!


Ist es nicht ein interessanter Widerspruch, das BIO Milch und entsprechend auch Butter von Kühen stammen soll, die in der Hauptsache frei auf der Weide herumlaufen können - Irische Butter z.B. ist nicht Bio, was nicht zu verstehen ist. In Irland sind die Kühe nämlich das ganze Jahr draussen, erfüllen somit die Voraussetzungen für diesen BIO-Unsinn, trotzdem keine BIO-Butter aus Irland. Ist doch toll und vor allem so glaubwürdig (fast wie der Blaue Engel, der nicht unbedingt für ein Produkt, sondern auch für die Verpackung gelten kann - das ist Kundentäuschung!).




Wer sich tatsächlich anschaut, was in der BIO - Industrie gemacht wird, sollte endlich klüger werden.
Was BIO Siegel angeblich erklären sollen, vielmehr garantieren, steht nicht im Zusammenhang mit der Realität. Wer verschiedene Biolizenzgeber überprüft stellt fest, das jeder andere Regeln aufstellt, die sich gegenseitig aufheben. Ob nun bei Hühnern, wo einmal 200 Hühner als Höchstgrenze erlaubt sind und bei dem nächsten Lizenzgeber 1000 - das Sitz schon ein gewaltiger Unterschied. Und wer Freilandeier kauft will doch tatsächlich Eier von frei laufenden Hühner, die draussen herumlaufen können, dies und jenes auf picken und sich wohl fühlen; Art-gerecht eben. dann aber kommt die Realität: Große Freifläche ohne jeglichen Bewuchs (Büsche, Bäume, hohes Gras) und schon bleiben die Hühner im Stall, obgleich die Tore offen stehen. Hühner wollen in Deckung bleiben, von oben nicht so schnell entdeckt werden - eine Urangst der Hühner. demzufolge kommen aus diesem Stall keine Eier von frei laufenden Hühner - Punkt. Aber trotzdem bekommen diese Eier ein Biosiegel. Im Klartext: der Kunde wird hinters Licht geführt, betrogen und belogen.



Wer tatsächlich gesunde Äpfel haben möchte, kann doch Fallobst kaufen, doch das will keiner haben. Auch wenn ein Wurm aus dem Apfel guckt kann man sicher sein, das an dem Apfel nichts ist, was giftig wäre.
Und trotzdem wollen die Kunden Äpfel ohne jeglichen Fehler; man sollte sich über die angeblich aufgeklärte Kundschaft nur wundern. BIO ist lediglich zu einer Glaubensrichtung mutiert, wo es einige Gläubige gibt, denen man jeden Unsinn verkaufen kann, weil sie nicht einmal hinterfragen und trotzdem so tun, als wenn sie alles wirklich wüssten dazu.Sie kaufen das doch nur, um ihr gewissen zu beruhigen, mehr nicht.




Unglaublich, wie naiv Menschen sein können. Fair Trade  bedeutet doch nichts anderes, das sich hier wieder jemand Geld verdient ohne auch nur das geringste dafür zu tun - man verkauft ein Siegel, dass sein Geld nicht wert ist. Wer glaubt das der Bauer tatsächlich einen vernünftigen und gerechten Preis bekommt, ist ziemlich naiv. Es hilft doch nichts wenn der Bauer, der lediglich eine recht geringe Menge erntet, einen für ihn angeblichen guten Preis bekommt und sich hier jemand einen goldene Nase damit verdient. Vor Jahren gab es eine Dokumentation über einen Hamburger, der in seinem kleinen Laden Kaffeesorten hatte, die pro Kilo bis an die 500,- € kosten sollten, weil es ein sehr seltener Kaffee ist, von dem nur 500 kg auf den Markt kommen. Glaubt nun tatsächlich jemand, der der Bauer dort auch nur 10,- € pro Kilo bekommen würde, was ja wohl mehr als gerecht wäre? Also hört auf zu träumen, die ihr an eine gerechte Entlohnung der Bauern glaubt.



Wer vor kurzem den Bericht über die Bioschweine gesehen hat, muß sicher nichts mehr dazu hören, denn die Haltung in dem Filmbeitrag war wirklich verstörend, aber auch nachvollziehbar.
Ein Schweinezüchter verdient nur dann Geld, wenn er in größeren Massen produziert und jedem Quadratmeter ausnutzt. Kein Bauer - auch kein Biobauer - kann es sich leisten so kleine Anzahl von Tieren zu züchten und selbst bald pleite zu sein. das ist völliger Unfug, denn jeder Bauer würde Woche für Woche sehr viel Geld verlieren, ist also gezwungen, mehr zu produzieren. 
 Wer sich einfach mal mehr Gedanken zu Bio machen würde sollte in die Überlegungen dringend einbeziehen, dass die Läden mittlerweile voll sind mit BIO Obst und Gemüse, doch dazu eigentlich gar nicht so viel Anbaufläche zur Verfügung steht. also wird BIO aus aller Herren Länder eingeführt oder macht innerhalb Deutschlands eine lange Reise.
 Schon toll: Einerseits finden BIO einige Mitmenschen richtig toll, gesund und überhaupt ist es für die Umwelt gut. Doch leider merken sie gar nicht , das hier ein seltsames Spielchen läuft, denn Äpfel aus Bayern können in Niedersachsen nicht mehr als Umweltgerecht eingestuft werden - Sie wissen ja, das böse CO²...

BIO in dieser uns bekannten Form ist ein riesengroßer Schwindel, wo sich einige wenige eine menge Geld verdienen können, denn naive Mitmenschen scheint es doch schon in größeren mengen zu geben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es scheint wohl mehr als richtig was Sie hier schreiben. Wenn Bio an sich keinen Standard erfährt, sucht sich jeder Erzeuger das aus was am bequemsten ist und wo er am wenigsten investieren muß, trotzdem aber einen guten Umsatz / Gewinn erzielt. Ihr Beispiel mit den Hühnern ist zeigt es am deutlichsten, denn wenn man große Tierbestände haben darf und lediglich die Tore der Ställe öffnen muß, um Bio Eier zu haben, kann man dem nicht trauen. Schon gar nicht kann man den Aussagen von denen trauen, die an Bio gewaltige Summen verdienen, denn die verfolgen natürlich ihre eigenen Ziele.

Wir holen unsere Hühnereier vom Bauern, der noch nicht einmal ein Biosiegel braucht, weil man seine Hühner draussen sieht, die auf einer großen Fläche herumlaufen und sich offensichtlich wohl fühlen.
Aber wie heißt es so schön: "Die Kunden wollen betrogen werden" ; und genau das macht man mit dieser Bio-Ersatz-Religion.

Anonym hat gesagt…

Wer Bio kauft sollte mal etwas genauer hinsehen, wo das ganze Zeug herkommt! Wenn man schon Bio so anbiedert, muß man das auch aus der Region nehmen. Dann gibt es im Winter eben kein Sommergemüse oder Obst, das es hier gar nicht geben kann. Die Biokäufer machen das wirklich nur um ihr Gewissen zu beruhigen, denn mehr Nährwert hat das Obst und Gemüse auch nicht; wie sollte es auch, wäre ja ein ganz toller Trick.