Dienstag, 14. Mai 2013

Geldverschwendung mit Vorsatz

Was würde man in einem Unternehmen machen, wenn ein Mitarbeiter trotz besseren Wissens gewaltige Summen regelrecht verfeuern würde - ihn sicherlich nicht im Unternehmen behalten, sondern ihn schnellstmöglich aus dem Betrieb entfernen. Das an sich wäre eine logische Schlussfolgerung sollte man meinen. Doch ist man im Namen der Bundesrepublik Deutschland mit Aufträgen betraut, ist alles völlig anders.
In diesem jetzt beschriebenen Fall geht es um die Aufklärungsdrohne EuroHawk, die keine Zulassung bekommen wird; denn wie auch bei bemannten Fluggeräten gelten hier die gleichen Voraussetzungen, die nun nicht erfüllt werden. Das ganze ist aber schon seit Jahren bekannt, doch trotzdem wurde weiterhin Geld in den Verbrennungsofen dieses Auftrags geworfen.
Mehr als eine Milliarde Euro hat das Verteidigungsministerium für etwas bezahlt, das niemals in Betrieb genommen werden wird - eine Milliarde Euro für nichts!

In der Sitzung dürfte es vor allem darum gehen, warum das Verteidigungsministerium trotz aller Hinweise und Warnungen die Euro-Hawk-Beschaffung nicht gestoppt hat.
Ja, es wird also eine Sitzung geben, in der man klären will warum da was nicht wirklich geklappt hat; die Frage muß aber doch eher lauten, warum man nicht schon vor Jahren auf die gehört hat, die wirklich Ahnung von der Materie haben - nämlich die involvierten Offiziere der Luftwaffe.
Sieht man das ganze einfach mal realistisch, müssten alle diejenigen, die diese Warnungen ignoriert haben, sofort und ohne Anspruch auf weitere Bezüge, entlassen werden. Unfähigkeit kann keine Entschuldigung dafür sein, das man Warnungen und wirkliche und ernsthafte Bedenken nicht annimmt. Es ist an der Zeit, das Beamte und Politiker für ihre Heldentaten in Haftung genommen werden.


Ähnliches hatte die Bundeswehr auch schon mit der Einführung des damals so hochgelobten Euro-Fighters, einem Kampfflugzeug das überhaupt nicht wirklich fliegen kann, weil es ständig am Boden sein muß - wegen diverser technischer Probleme.2010 alleine sind alle 55 Euro-Fighter am Boden geblieben, weil die Schleudersitze nicht in Ordnung waren und für die Piloten somit Lebensgefahr bestand. Hinzu kommt schon in der Planungs- und Bauphase die horrenden Kosten, doch da hat man sich etwas gewaltiges ausgedacht, was wirklich stinkt - Zitat aus Kleine Zeitung; Österreich:

"Besonders absurd" ist für Pilz: "Die österreichischen Jets sind gebrauchte der deutschen Luftwaffe - und damit baugleich mit den Flugzeugen des deutschen Jagdgeschwaders. Also: Die deutsche Luftwaffe kauft einen neuen Eurofighter der Tranche 1 um 57 Millionen Euro und verkauft ihn gebraucht um 115 Millionen Euro weiter. Diese Diskrepanz riecht nach organisiertem Betrug und Milliardenkorruption."
Aus dieser Anfragebeantwortung geht weiters hervor, dass die Betriebskosten für die Eurofighter der deutschen Luftwaffe mit 73.992 Euro pro Flugstunde fast doppelt so hoch wie ursprünglich vorgesehen sind. Der "Tornado", das bisher teuerste Flugzeug der deutschen Luftwaffe, koste im Vergleich 43.000 Euro pro Stunde.

Die hier aufgeführten hohen Flugkosten sind übrigens der Grund, warum die Euro-Fighter immer noch in den Hangar stehen und kaum bewegt werden - das wurde mir von Luftwaffensoldaten persönlich berichtet.
Hätte man die guten alten Tornados behalten, wäre man ganz sicher besser dran gewesen - selbst die alte Phantom, die schon in Vietnam von den Amerikanern verwendet wurde, war trotz des Alters zuverlässiger.

Wie wir also sehen, wird gerade im Bereich des Militärs Geld verpulvert - man könnte noch über das G 36 schreiben, dem Sturmgewehr der Infanterietruppen, doch ist es müßig weil man dann besser einen Blog nur für Fehlinvestitionen bei der Bundeswehr eröffnen müßte. Es sei nur gesagt, das nach einem Feuerstoß die Treffsicherheit eher als Zufallstreffer bezeichnet werden sollte oder eben auch der absolute Höhepunkt und ein Grauen für einen Schützen: nach einem längerem Feuerstoß schmolz der Handschutz!
Eine völlige Fehlentwicklung und Geldverschwendung, doch gemacht wurde nichts. man ist beim Verteidigungsministerium schlicht zu dumm, entsprechende Verträge zu machen.

Das erinnert mich sehr an meine aktive Militärzeit, wo es zur Diskussion stand, das wir Heeressoldaten Winterstiefel mit Fell bekommen sollten, denn ich den Wintern war es doch schon mal recht schattig draussen. Also hat man einer Artillerieeinheit solche Winterstiefel zum Test überlassen um die Einsatzfähigkeit zu belegen. Nach der Testphase wurden diese Stiefel nicht eingeführt, weil die Soldaten der Feldartillerieeinheit übereinstimmend gesagt haben, das die Stiefel viel zu warm seien. Des Rätsels Lösung allerdings war recht einfach: Man hatte zwar der Artillerie diese Stiefel verpasst, doch diese Einheit dort war die Stabskompanie, also Bürosoldaten. Seit dem habe ich mich über nichts mehr gewundert.

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