Donnerstag, 12. September 2013

Wahlarena: Peer Steinbrück mit Klartext

Peer Steinbrück war in der Wahlarena und hat sich Zuschauerffagen gestellt - die Antworten klar, deutlich und ohne großes herumgerede. So kennt man Steinbrück, doch ist es sicherlich kein Fehler wenn man Klartext redet.



 "Wenn ich Kanzler bin...", sagt Steinbrück einmal

In der "Wahlarena" spielt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück seine Stärken aus: Die Bürger-Fragen beantwortet er kurz, knapp und kühl – und im Gegensatz zu Kanzlerin Merkel unterlaufen ihm keine Patzer.

Er macht es am Mittwochabend wie so oft in diesen Wochen, wie während seiner zahlreichen Open-Air-Wahlveranstaltungen. Peer Steinbrück, zu Gast in der "Wahlarena" der ARD, verlässt das Pult. Er löst sich von der Sicherheit des Plexiglases. Er wendet sich nach und nach allen Zuschauern im kreisrunden Fernsehstudio zu. Manchmal tigert er geradezu um das Pult.
Die Antworten des SPD-Kanzlerkandidaten dagegen sind, wie es seiner Art entspricht: kurz, knapp, auf den Punkt gebracht, zuweilen zackig. Steinbrück redet nicht um den heißen Brei, schmiert seinen Fragestellern keinen Honig um den Bart. "Sie überraschen mich mit Ihrer Frage", hält er dem Außendienstler entgegen, der sich in der ersten Frage des Abends erkundigt, wie ein Kanzler Steinbrück mit Falschfahrern umzugehen gedenke. Von einer "klaren Beschilderung" spricht der.
Ein Herr aus Monheim schwärmt von der jüngst errungenen Schuldenfreiheit seiner Heimatstadt – nachdem der dortige Bürgermeister den Hebesatz für die Gewerbesteuer gesenkt und so allerlei Firmen angelockt hatte. "Alle sind zufrieden, wäre das nicht ein Modell?", will er wissen.
Steinbrück widerspricht vehement: Jener Bürgermeister habe mit einer "goldenen Mohrrübe" Betriebe aus den benachbarten Kommunen abgeworben. So gehe das nicht, meint Steinbrück, dann könne man ja gleich so handeln wie auf dem Bundesliga-Markt. Agieren wie Real Madrid mit Mesut Özil und der Ablösesumme von fast 50 Millionen Euro. Der Vergleich hinkt ein wenig, kommt aber an.

Der Kandidat menschelt auch

Steinbrücks Eindeutigkeit erfährt auch Hans-Jochen Baumbach. Der Rechtsanwalt aus Mönchengladbach plädiert für eine Umstellung der Rente vom Umlageprinzip zur Kapitaldeckung. "Da bin ich anderer Auffassung als Sie", sagt Steinbrück und appelliert: "Bitte keine Infragestellung der umlagefinanzierten Rente." Einem Frauenarzt aus Erftstadt, der die "Quersubventionierung" von Kliniken und Praxen durch Privatpatienten hervorhebt, erklärt er, an der Honorierung werde die von der SPD favorisierte Bürgerversicherung nichts ändern. Überzeugt hat er den Mediziner nicht.
Es sind weitgehend freundliche Fragen, die dem Herausforderer der Kanzlerin gestellt werden. Wenn ein 18-jähriger Schüler, der gerade ein Pflege-Praktikum absolviert hat, die Zustände in Altenheimen beschreibt, nickt Steinbrück zustimmend mit dem Kopf. "Sie treffen den Nagel auf den Kopf", leitet er seine Antwort ein, und kündigt an, den Pflegebegriff um Demenzerkrankungen zu erweitern.
Steinbrück menschelt, wenn er von seiner – inzwischen verstorbenen – Mutter berichtet, die mit ihrem Rollator nicht mehr ins Badezimmer gekommen sei, so "dass mein Bruder und ich uns permanent Sorgen gemacht haben". Er berichtet von Kollegen seiner Ehefrau, die mit einer privaten Rentenversicherung Ärger gehabt haben. Sprechen ihn Zuschauer mit "Hallo, Herr Steinbrück" an, grüßt er mit "Hallo" zurück.



Und hier die Sendung der Wahlarena:





















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